Kajo Keji County Südsudan

Kajo Keji County Südsudan

“Burning” – Kajo Keji County, Südsudan 2010

Es ist immer wieder spannend in alten Reportagen zu kramen und manchmal frag ich mich halt schon: “was hab ich mir damals eigentlich gedacht, so allein im Südsudan…?”

Planen Sie gerade auch Ihre Reise nach Afrika? Gerne begleite ich Sie als Fotografin auf Ihrem Trip!

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Reisereportage Mallorca

Reisereportage Mallorca

Ich habe mich lange geweigert überhaupt auf diese Insel zu fliegen. Schön soll sie sein und auch viele einsame Ecken soll sie haben… Viel zu viele Klischees gehen mir über dieses Fleckchen Erde durch den Kopf und die Angst ist eher groß, genau den Menschen dort zu begegnen, die “Frau” auf keinen Fall im Urlaub treffen will. Dennoch bin ich einer sehr netten Einladung gefolgt und habe beschlossen dem Pauschaltouristen in Gummischlappen einen Besuch abzustatten. Willkommen auf Mallorca!

Schon am Stuttgarter Flughafen war klar: es ist Ferienzeit, es ist Urlaubszeit, es ist Zeit für Mallorca. Die ersten Parytrupps haben sich schon am Weg zum Gate lautstark zusammengerottet und sind von Weitem nicht mehr überhörbar. An das DIY-Check in hat man sich schnell gewöhnt, genauso wie an die deutschen Promis, die ihre zweite Heimat besuchen. Wie heißt er nochmal der Sänger von PUR?

Die Verspätung vom Billigflieger ist schnell vergessen und auch, dass der erste Passagier noch vor Abflug der lächelnden Luftbegleiterin vor die kleinen Füße kotzt. Die freundliche Flugzeugbesatzung hat bei ihrer zweisprachigen Durchsage kurzzeitig vergessen, ob wir nun nach Palma fliegen oder gerade von dort kommen und muss eigentlich nur noch die gröllende Meute in den Zaum kriegen. Wen die wohl meinen, wenn sie singen “Leeeennnnaaa..” ?

Schnell schnell in die Lüfte, denn bei weniger als 2 Stunden Flugzeit ins Paradies bleibt nicht all zu viel Zeit dem netten Urlaubsgast noch das mit Liebe ausgesuchte Sandwichangebot zu präsentieren oder das Chicken Tikka Masala richtig aufzuwärmen. Welch ein Luxus, denk ich mir, in 2 Stunden einfach mal kurz das Meer sehen, macht das Mallorca nun wirklich aus?

Es leben fast 1 Mio. Menschen auf der spanischen Baleareninsel im Mittelmeer und hat für den klassischen All-inklusive-Urlaubstouristen weit mehr zu bieten als Billigbier am Ballermann und Oben-Ohne-Miezen, die sich im Halbstundentakt von links nach rechts drehen. Schnell wird mir klar, dass nach wenigen Minuten Autofahrt und einigen Kreisverkehren mehr, auch der Verkehr weniger wird und kaum noch Autos auf der Straße sind. Überall wachsen kleine Olivenbäumchen am Straßenrand, die schon aus der Vogelperspektive witzig aussahen. Das Klima ist wirklich angenehmen und das erste tolle Erlebnis befindet sich völlig unerwartet in der nächsten Kurve: Das Meer!

Ich hab in der Woche Mallorca viele unterschiedliche Ecken kennenlernen dürfen und bin wirklich positiv überrascht wie vielseitig und besonders diese Insel sein kann. Sonne, Strand, Meer, stets gutes Essen und auch die Berge, alles war dabei. Von Massentourismus keine Spur. Doch besonderen Dank geht an meine Gastgeberin, welche sich sehr viel Mühe gegeben hat, Mallorca von einer Seite zu zeigen, die nicht jeder kennt. Gut gebrüllt, Mallorca!

Danke D. und E. und der kleinen Diva

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Kampfmittelbeseitiger

Kampfmittelbeseitiger

Kampfmittelbeseitiger – Was bleibt ist eine Rauchwolke!

Für den durchschnittsmediengeprägten Mitteleuropäer, ist der Begriff „Kampfmittelbeseitiger“ ein abenteuerliches Hauptwort, sowie die vielen Länder in denen diese Menschen weltweit tätig sind. Sie arbeiten haupsächlich an Orten wo es meist keine All-in-clusive-Hotels (mehr) gibt und der bekannte Marco Polo Reiseführer schon längst aufgegeben hat. Jegliche Informationen über Land oder Leute werden oft von Google und Co mit Worten getaggt, die von wilder Zerstörung oder bewaffneten
Rebellen berichten oder das alles einfach nur als politisch instabil gilt.

Das Thema Maschinerie Krieg und der politische Wahnsinn dahinter ist ein undurchsichtiger Hauptbestandteil des ganzen menschenunwürdigen Geschehens, genauso wie die außergewöhnlichen Zustände am Auftragsort selbst.

Lybien/Benghazi: Für Stephan L. beginnt der Tag kurz nach den letzten Gesängen der Muezzin und den ersten neugierigen Sonnenstrahlen, die langsam aber sicher am fernen Horizont empor wandern. Es ist früh morgens schon ziemlich warm und der goldene Sonnenball verspricht auch heute wieder einen ziemlich heißen Tag. Den Job, als Kampfmittelbeseitiger in Krisengebieten tätig zu sein, macht der gebürtige Deutsche nun schon mehr als 7 Jahre und eine gewohnte Alltagsroutine kennt er nur bei seinen täglich menschlichen Bedürfnissen: „Shit-Shower-Shave“ oder bei seinem aufwändigen Papierkram, alles andere ist einfach eine große Herausforderung. Die Aufgabenstellung an Stephan und sein achtköpfiges Team mit jungen lybischen Soldaten ist nicht Jedermann´s Sache: Sie müssen all das entschärfen was übereifrige Kriegsbeteiligte mehr oder weniger vergessen, verloren oder irgendwo sinnlos verteilt haben. Sie sollen zusammentragen was herrenlos herumliegt und unkontrolliert in die Luft gehen könnte oder einfach zurückgebliebenen Sprengstoff unschädlich machen.

Nach einigen Kilometern Autofahrt raus aus der Stadt Benghazi´s hat das Team den ersten Auftragsort erreicht. In mitten des goldgelbenen Wüstensands und den überall langsam dahin wandernden Kamelen, hat sich ein ganzer Landstrich in eine graue Müllhalde verwandelt, der übersät ist von völlig kaputten und verbrannten Autoteilen sowie unterschiedlichster herumliegender Munition. Es sind Übereste von militärischen und zivilen Fahrzeugen, die einen NATO Luftangriff nicht überstanden haben.

Es ist Alltag für die Männer und doch schwingt jedes Mal eine bestimmte Ungewissheit mit, da niemand genau weiß, was sich noch alles unter diesen Trümmern verbirgt. „Es könnte einfach alles passieren…“ Erst vor wenigen Tagen haben sie einen ausgebrannten T54 Kampfpanzer am Straßenrand entdeckt, der immer noch bemannt war. Die toten Insassen sind bei lebendigem Leib bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Den eigenwilligen Geruch dieser toten Männer werden sie wohl ihr Leben lang nicht vergessen, der ihnen entgegen kam als sie den Panzer geöffnet haben. „Das sind Momente im Leben auf die ich gerne verzichtet hätte, aber auch das gehört bei diesem Job manchmal dazu,“ sagt Stephan.

Die Liste der gefundenen Kampfgeschoße, Blindgänger, Raketen, Mörser oder anderen kriegerischen Gerätschaften ist lang genauso wie die Länder in denen sie produziert werden. Anti-Personen-Minen aus Italien, Raktenwerfer aus China, Panzerabwehrraketen aus Frankreich. Hinter jedem einzelnen, für den Krieg und gegen den Feind, produzierten Kriegsinstrument steckt eine ausgeklügelte Technik und es werden nach wie vor jährlich Unsummen dafür ausgegeben diese Technik auf dem neuesten Stand zu halten.

„Es ist nicht immer einfach zu entscheiden ob alles vor Ort in die Luft gesprengt werden muss um auf Nummer sicher zu gehen oder doch erst an einem anderen Ort. Was übrig bleibt ist immer nur eine große Rauchwolke, aber diesen Geruch mag ich.“

Photos: Stephan L.
Text: Corinna Schmid

L’Aquila in Schutt und Asche

L’Aquila in Schutt und Asche

L’Aquila | Italien | 2009

Genau 10 Jahre ist es her als ein Erdbeben die Stadt L’Aquila in Schutt und Asche legte. 6,3 auf der Richter-Skala. Besonders die Altstadt war stark betroffen. Fast 70.000 Menschen mussten in Notunterkünfte und Zelte untergebracht werden. Knapp 15.000 Gebäude wurden beschädigt oder völlig zerstört. Über 300 Menschen starben.

Mit einer Sondergenehmigung des italienischen Kulturinstituts und einem Mitarbeiter des Katastrophenschutzes war es mir möglich, Teil zu sein einer ausgesuchten Gruppe, die besondere Eindrücke sammeln durfte.

Jeder kennt die Bilder aus dem Fernsehen und man denkt zu wissen was auf einen zu kommen, aber selbst dort zu stehen und zu begreifen wie machtlos jeder Mensch gegen soll eine Zerstörung ist, läßt einen sprachlos werden.

Das Ausmaß der Zerstörung hat mich sehr lange beschäftigt.

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