Gegen alles ist ein Kraut gewachsen oder vielleicht doch für alles?
Gelber Löwenzahn, blühender Spitzwegerich und ein frisches Blättchen Sauerampfer: Viele Pflanzen, die wir beim Spaziergang kaum beachten oder vorschnell als Unkraut bezeichnen, lassen sich in der Wildkräuterküche verwenden. Sie bringen nicht nur Farbe und Abwechslung in einen frischen Sommersalat, sondern eröffnen auch einen völlig neuen Blick auf die Natur direkt vor unserer Haustür.
Heimische Wildkräuter neu entdecken
Bis zu diesem Samstag hatte ich mir ehrlich gesagt nur wenige Gedanken darüber gemacht, welche heimischen Pflanzen essbar sind und wie vielseitig sie verwendet werden können. Löwenzahn kannte ich natürlich. Auch Spitzwegerich und Sauerampfer waren mir nicht völlig unbekannt. Dass sich daraus jedoch Salate, Kräutermischungen und sogar Gebäck herstellen lassen, war für mich eine neue und spannende Erfahrung. Plötzlich wurde aus einer gewöhnlichen Wiese eine kleine Welt voller unterschiedlicher Formen, Farben und Möglichkeiten.
Wildkräuter Fotografie mit einem neuen Blickwinkel
Für mich als Fotografin war dieser Perspektivwechsel besonders interessant. Pflanzen, an denen man sonst achtlos vorbeigeht, wurden auf einmal zu eigenständigen Motiven. Die gelben Blüten des Löwenzahns, die feinen Strukturen des Spitzwegerichs und die besondere Form der Sauerampferblätter bieten zahlreiche Details, die sich erst bei genauerem Hinsehen zeigen. Bei der Wildkräuter Fotografie geht es deshalb nicht nur darum, eine Pflanze abzubilden. Die Bilder können auch vermitteln, wo sie wächst, wie sie gesammelt wird und welche Bedeutung sie für die Menschen hat, die sich mit heimischen Kräutern beschäftigen.
Eine Reportage zwischen Natur und Kräuterküche
Besonders spannend war die Verbindung aus Naturerlebnis, neuem Wissen und kulinarischer Verwendung. Die Wildkräuter wurden nicht nur betrachtet und bestimmt, sondern anschließend auch verarbeitet. Dadurch entstand eine kleine Reportage, die von der Entdeckung auf der Wiese bis zur Verwendung in der Küche reichte. Solche natürlichen Abläufe eignen sich besonders gut für eine authentische fotografische Geschichte. Die Bilder zeigen nicht nur einzelne Pflanzen. Sie halten auch Hände beim Sammeln, konzentrierte Blicke, kleine Entdeckungen und die Freude am gemeinsamen Ausprobieren fest.
Ab sofort gibt es Unkrautkekse
Der Samstag hat meinen Blick auf die heimischen Kräuter vollkommen verändert. Was vorher einfach nur irgendwo am Wegesrand wuchs, erscheint nun deutlich interessanter. Ob Löwenzahn, Spitzwegerich oder Sauerampfer: Viele Pflanzen verdienen mehr Aufmerksamkeit, als ihnen normalerweise geschenkt wird. Und nachdem ich gelernt habe, wie vielseitig sogenannte Unkräuter sein können, steht für mich fest: Ab sofort backe ich nur noch Unkrautkekse. Vielen Dank an Sylke Müller für diese tolle Erfahrung und den spannenden Einblick in die Welt der heimischen Wildkräuter.
